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DER WEG ZUR " 1 TONNEN GESELLSCHAFT"

Bereits Ende 2015 verabschiedeten die Länder in Paris das “Pariser Klimaabkommen", welches eine radikale Reduktion der Treibhausgasemissionen sowie eine maximale Erderwärmung von 1,5 °C anstrebt. Die Schweiz verpflichtete sich in diesem Zuge zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen von 50%, verglichen mit dem Wert von 1990 (die Informationen findet ihr hier). Bis letztes Jahr wollte man bereits 20% der Emissionen im Inland reduzieren, ist dann aber doch an diesem Ziel gescheitert. Und so frage ich mich, was können wir tun, damit die Klimaziele erreicht werden können.


Die grössten “Verbrecher" wenn es um Treibhausgasemissionen geht, sind vereinfacht gesagt der Verkehr, Gebäude, die Industrie und unsere Abfälle. Schaut man viele dieser Bereiche an, fällt auf, dass vor allem der Privatbereich starker Verursacher von Treibhausgasen ist, wie zum Beispiel beim Verkehr, wo 3/4 der Emissionen aus dem Privatverkehr stammen. Noch einmal kurz zur Erinnerung: Treibhausgase sind Gase in der Atmosphäre, die die Wärmerückstrahlung von der Erdoberfläche in das All verhindern. Die natürliche Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre sorgt dafür, dass auf unserem Planeten statt eisiger Weltraumkälte eine durchschnittliche Temperatur von 15°C herrscht. (Quelle: https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/opinions_layman/mercury-in-cfl/de/quecksilber-energiesparlampen/glossar/tuv/treibhausgas.htm)


Im Privatpersonenbereich wird deutlich, dass der grösste Emissionsverursacher das Wohnen ist, hier vor allem die Heizung, Warmwasserbereitung sowie der Stromverbrauch. Dicht gefolgt von der Mobilität sowie unserer Ernährung. Hier entstehen nicht immer nur Emissionen im Inland, sondern auch im Ausland (Produktionsstätten etc.), doch wir vereinfachen dies mal und schauen uns die Emissionen im allgemeinen an. Kommen wir also aufgrund all dem zum Ziel, der 1 Tonnen Gesellschaft. In einer solchen Gesellschaft würde erreicht, dass die Erderwärmung nicht über 1,5°C steigt und die Ziele zur Reduktion der Emissionen eingehalten werden können. Doch was beutetet das für uns?


Wohnen und neue Formen der Gebäude

Wir alle haben bestimmt bereits von den “Plus-Energie Gebäuden" gelesen, die zum Beispiel in Projekten wie der 2000 Watt Gesellschaft in Zürich umgesetzt werden. Solche Gebäude erzeugen Energie, zum Beispiel durch Solaranlagen auf dem Dach. Diese Energie wird zunächst einmal für die eigene Nutzung aufbereitet wie die Warmwasseraufbereitung oder die Heizungslösung und den allgemeinen Strom. Alles was darüber hinaus an Energie produziert wird, wird der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.


Damit ein solches Gebäude funktioniert, braucht es entweder einen enormen Sanierungsaufwand oder aber eine kluge Planung bei der Erstellung. Dies ist kein Thema, welches ihr für euch selber (es sei denn ihr baut selber oder saniert ein Eigenheim) angehen könnt. Natürlich könnt ihr ein solches Projekt bevorzugen, wenn ihr umzieht. Doch auch euer eigenes Verhalten in euren 4 Wänden kann einen grossen Unterschied machen. Ihr könnt zum Beispiel folgende Dinge machen:


  • Leuchtmittel austauschen zu energiesparenden Lösungen 

  • Steckdosen schalten und diese aktiv ausschalten 

  • Energiesparende Geräte nutzen 

  • nachhaltig Heizen und Lüften 

  • Stand-By Betriebe vermeiden 

  • Liftnutzung vermeiden


Diese Liste ist natürlich nicht vollständig und kann einfach erweitert werden, aber ich denke ihr versteht die Grundrichtung.


Mobilität

Die Treibhausemissionen, welche durch den Privatverkehr ausgeschüttet werden, steigen stetig. Das ist vor allem auch darauf zurückzuführen, dass wir immer mehr Wege auf uns nehmen. Das sind Langstrecken-Reisen, die vollkommen “normal" geworden sind, aber auch der tägliche Einkauf mit dem Auto. Eine Lösung, die gefördert wird, ist die Elektromobilität. Hier inkludiert ich sowohl elektrisch angetriebene Autos, aber auch Velos, welche mit Motorenunterstützung fahren.


Vom Gesichtspunkt Treibhausgasemissionen bei der Nutzung ist dies ein absolut positives Thema. Doch was oftmals bei diesem “Lösungsansatz" vergessen wird, ist die Produktion und die Vernichtung dieser Mobilitätslösungen. Batterien für Autos und Velos müssen hergestellt werden, es werden teils schädliche Materialien verwendet und der Energieaufwand für die Herstellung allgemein ist sehr hoch. Sollte das Velo oder das Auto dann das Ende der Lebensdauer erreicht haben, ist die Entsorgung alles andere als klimafreundlich.


Verhindern können wir dies vor allem, in dem wir den Kreislauf für diese Produkte verlängern. Kauft also eure Velos oder Autos gebraucht und verkauft sie wieder, wenn ihr sie nicht mehr nutzt. Und dann gibt es natürlich den öffentlichen Verkehr als Lösungsansatz für das Problem Treibhausgasemissionen durch Verkehr. Natürlich entstehen auch bei einem Zug oder einer Tram Emissionen, doch diese sind im Vergleich zum Privatverkehr verschwindend gering, wenn man sie auf den einzelnen Nutzer rechnet. Und so funktioniert das “System". Die entstehenden Emissionen entstehen für viel mehr Leute, die dann keine “privaten Emissionen" ausschütten müssen.


Ernährung

Das Thema Ernährung ist nicht das bekannteste Thema, wenn es um Klimaziele und Treibhausgasemissionen geht. Oftmals kommt es zunächst in den Fokus der Nachhaltigkeit, wenn es um Tierschutz und artgerechte Tierhaltung geht. Und dies ist ebenfalls absolut wichtig. Doch beide Themen gehen Hand in Hand.


Gerade die Produktion von Nahrungsmittel ist oftmals ein grosser Verursacher von Treibhausgasen, genauer gesagt verursacht unsere Ernährung 15% des persönlichen CO2 Ausstosses (Jeden Tag die Welt retten, Julia Allmann). Und das ist nicht nur die Tierhaltung, sondern genauso auch die Herstellung von Getreide. Gerade bei pflanzlichen Alternativen wie Milchersatz kommt es extrem auf die Variante an. Hafer zum Beispiel ist ein anspruchsloses Getreide und somit eine klimafreundliche Alternative zur Kuhmilch. Bei Reismilch ist dies jedoch nicht der Fall, denn Reisfelder geben viel Methan ab und somit bringt es 1 Liter Reisdrink auf 1,2 Kilogramm Treibhausgase (Jeden Tag die Welt retten, Julia Allmann).

Auch die Frage ob Fleisch oder Tofu besser ist, ist nicht eine einfache. Die Produktion von Soja als Grundlage von Tofuprodukten, ist verantwortlich für die Rodung von Regenwäldern und damit dem Aussterben von Tierarten. Doch werden auch Sojaprodukte für die Ernährung von Tieren genutzt. Essen wir also weniger Fleisch, braucht es auch weniger Sojaanbau.


Ihr seht, es gibt keine gute Lösung und egal was wir essen, wir können es nur nachhaltiger machen, aber nicht komplett klimaneutral. Achtet daher einfach auf eine ausgewogene Ernährung, kauft regional und verhindert so lange Transportwege und einen hohen CO2 Ausstoss durch Transport. Kauft vor allem auch saisonal, denn das hat ebenfalls einen positiven Einfluss auf das Klima. Trinkt lieber Leitungswasser als Mineralwasser und achtet auch bei euren anderen Getränken auf lokale Herstellung.

Wer nun mehr praktische Tipps braucht, dem kann ich wirklich wärmstens das Buch “Jeden Tag die Welt retten" von Julia Allmann empfehlen. Sie stellt all diese Fragen und beantwortet genau diese Dilemma.


Lebensdauer von Konsumgütern

Die Produktion aller Konsumgüter ist eine extreme Belastung für die Umwelt. Emissionen, schädliche Chemikalien, Verunreinigung des Abwassers, hoher Energieaufwand und und und. Deshalb ist es so wichtig, die Lebensdauer von Konsumgütern zu verlängern, um diesen Aufwand für Neuproduktionen zu verhindern.

Im Alltag heisst das, ihr repariert Dinge, die kaputt gegangen sind oder kauft anstatt Neuwaren Gebrauchtwaren. Das sind ganz einfache Änderungen, wenn man sich denn mal daran gewöhnt hat.


Auch heisst es, nicht immer dem neusten Trend nachzujagen. Doch selbst wenn das etwas ist, was euch wichtig ist, gibt es auch hier Möglichkeiten, eure alten Produkte wieder in den Produktionskreislauf zurück zu führen.


Ich bin der Meinung, dass jeder von uns etwas ändern kann, auch wenn wir uns gleichzeitig darüber ärgern dürfen, dass die Politik vielleicht nicht aktiv genug an dem Problem arbeitet. Doch bedenkt immer, dass die Politik so schwerfällig agiert, weil die Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben. Das haben unsere eigenen Entscheidungen aber auch, nur dass wir sie für uns und unseren Haushalt treffen und somit schneller sind. Und umso mehr wie bereits umsetzen, umso schneller kann die Politik handeln, denn sie müssen nicht so einschneidende Entscheidungen treffen, sondern vielleicht eher unterstützende Massnahmen ergreifen. Und für uns alle ist es relevant, dass wir das Problem “Klima" in den Griff bekommen. Denn wer von uns möchte von zunehmende Hitze oder extremer Trockenheit geplagt sein oder gar Opfer von Hochwasser sein?

Ich würde mich freuen, wenn ich dieser Beitrag ein wenig zum Nachdenken angeregt hat und euch vielleicht auch motiviert hat, etwas zu tun.


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