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DIE DEBATTE UM DIE STROHHALME

Ist es wirklich eine faire Debatte, wenn schon ein Kandidat von vornherein als der Verlierer eingestuft wurde? Der Plastikstrohhalm hat keine Chance mehr. Und das in unseren Augen auch zu recht. Zum Glück hat das nun auch die EU erkannt und in ihrer neuen “Plastikvermeidungsstrategie" den Plastikstrohhalm als Symbol für die Änderung genommen. Wir alle werden andauernd sensibilisiert. Zur Zeit kursiert das Video der armen Schildkröte, der vor laufender Kamera ein Plastikstrohhalm aus der Nase operiert wird, auf Social Media. Und da ist sie wieder, die Realität: der Plastikmüll den wir scheinbar so sorgsam entsorgen, landet dort wo wir ihn nicht wollen, im Meer. Jedes Jahr sind es laut WWF Schweiz bis 12,7 Tonnen Plastikmüll, die im Meer landen. Das sind umgerechnet rund 140 durchschnittliche Menschen, die wir einfach ins Meer schmeissen.


Darunter zu finden sind wohl auch die 3 Milliarden Plastikstrohhalme, die immer noch genutzt werden. Die Strohhalme sind besonders gefährlich, da sie wie andere “kleinere" Gegenstände für viele Meeresbewohner aufgrund ihrer kompakten Grösse einfach verschluck- oder einatembar sind. Auch sonst findet man zur Zeit keine positiven Worte über Plastikstrohhalme. Wir möchten uns heute mal einem ehrlichen und vor allem auch sachlichen Vergleich widmen und uns die Plastikvariante gegenüber Bambus-, Edelstahl- und Glasalternativen anschauen.


Der Plastikstrohhalm

Hergestellt wird er in der Regel aus Polyporpylen, also faktisch Rohöl. Die Rohöl-Förderung kann in keinem Aspekt als nachhaltig bezeichnet werden. Um genau zu sein, ist genau das Gegenteil der Fall. Dies ist aber eine Story für später. Plastikstrohhalme sind nicht BPA-frei. BPA, also Bisphenol A schadet unserer Gesundheit. Unter anderem wird es in Zusammenhang mit Entwicklungsstörungen bei Kindern, Herz-Kreislaufproblemen, Leberproblemen und Diabetes gestellt. Auch wenn dies auf EU-Ebene immer wieder debattiert wird, möchte ich dieses Risiko nicht eingehen. Das grösste Problem der Strohhalme ist aber, dass sie nicht recyclebar sind bzw. dass das Plastik nicht abbaubar ist und dann wie oben beschrieben unter anderem im Meer landet. Die Klimabilanz der Plastikstrohhalme ist also nicht gut. Doch schauen wir uns die Alternativen an.


Der Bambusstrohhalm

Der grösste Vorteil der Bambusstrohhalme ist die Tatsache, dass sie biologisch abbaubar sind. Sind sie nicht mehr verwendbar, kommen sie auf den Kompost oder können im Blumenkasten vergraben werden und sind schon bald nicht mehr aufzufinden. Nicht ganz so offensichtlich, für einen wiederverwendbaren Strohhalm aber sehr relevant, ist ihre natürliche antibakterielle Wirkung. Obwohl das enge Strohhalmröhrchen schwierig zu reinigen ist, ist die Hygiene sichergestellt. Gereinigt wird im Übrigen mit einer Strohhalmbürste, da Bambus nicht spülmaschinenfest ist. Im Vergleich zu anderen Alternativen ist Bambus leider nicht so langlebig, da verschiedene Getränke mit ihm reagieren und ihn so langfristig beschädigen. Die Ökobilanz ist also weitaus besser als die der Plastikstrohhalme, dennoch handelt es sich um eine Alternative, die beizeiten ersetzt werden muss. Immer wieder wird über einen Eigengeschmack der Bambusstrohhalme diskutiert. Ich persönlich finde ihn schmeckbar, aber nicht störend, da Getränke ja ebenfalls schon Geschmack haben. Beim Thema Nachhaltigkeit spielt natürlich auch der Rohstoff selbst eine grosse Rolle. Bambus ist der schnellst nachwachsende Rohstoff der Erde, ein Mangel ist also nicht zu befürchten. Es ist ein reines Naturmaterial, relativ leicht zu ernten und zu verarbeiten. Dennoch ist nicht jeder Bambusstrohhalm automatisch nachhaltig. Für Nachhaltigkeit spielen natürlich die Produktionsbedingungen wie z.B. faire Arbeitsbedingungen vor Ort eine grosse Rolle. Leider wird dies bei den Herstellern selten thematisiert.


Der Edelstrahlstrohhalm

Wohl die modernste Alternative, auf die gerade alle abfahren. Kein Wunder, denn dieser Strohhalm macht alles mit: kalte oder heisse Getränke, unterwegs oder daheim. Er ist nahezu unzerstörbar und damit eine einmalige Anschaffung und ein lebenslanges Vergnügen. Wichtig ist auch: der Trinkhalm aus Edelstahl hat kein BPA. Er kann in der Spülmaschine gereinigt werden. Auch hier kommt wieder die Debatte auf, wo kommt der Edelstahl her, wo werden die Strohhalme produziert usw. Wenn wir ehrlich sind, ist diese Debatte jedoch bei allen Alternativen von Strohhalmen angebracht und notwendig. Denn “wirklich nachhaltig" sind Produkte nur dann, wenn auf der gesamten Herstellungskette daran gearbeitet wurde. Der Edelstahlstrohhalm ist sicherlich die einfachste Alternative: man schmeckt meiner Einschätzung nach nichts, er sieht auch im Cocktail super aus und ist aufgrund seiner Bruchsicherheit auch für Kinder geeignet. Ein rundum sorglos Paket also.


Der Glasstrohhalm

Unsere Hygiene-Variante, denn ja, Glas ist am hygienischsten. Diese Strohhalmalternative kann in der Spülmaschine gereinigt werden und ist frei von BPA. Entsorgt werden kann sie zusammen mit dem anderen Glasmüll. Dieser Vorteil ist gleichzeitig auch ein Nachteil, was selbsterklärend ist. Der Strohhalm ist zwar bruchsicher, aber nicht unkaputtbar. Er kann brechen, vor allem wenn man ihn achtlos in die Tasche schmeisst. Ich finde den Glasstrohhalm als Alternative für zu Hause super. Für unterwegs funktioniert er für mich nur bedingt. Vielleicht wenn man sich eine kleine, wattierte Strohhalmtasche näht. Egal wie empfindlich man ist, beim Glasstrohhalm kann niemand eine Geschmacksverzerrung feststellen. Es können auch warme Getränke damit genossen werden, nur kochend sollten diese nicht sein. Aber man trinkt ja auch nicht wirklich kochenden Tee oder Kaffee.


Und dann gibt es immer noch die letzte Alternative: Die Keine-Strohhalm-Variante!

Ganz ehrlich muss man sagen, ist dass die nachhaltigste Variante von allen. Aber eben auch die, bei denen manche von euch Kompromisse eingehen müssen und das wollen wir ja hier verhindern. Ich habe lange Zeit gedacht, auf Strohhalme verzichten ist ja echt kein Ding. Aber wenn man mal darauf achtet, wo überall man immer noch Strohhalme nutzt bzw. bekommt, dann ist man im ersten Moment erschrocken. Kaffeekreationen bei Starbucks, Cocktails in der Lieblingsbar, Eistee im Biergarten und und und. Ich selber finde es gerade am Anfang herausfordernd immer seinen eigenen Strohhalm in der Tasche mitzubringen und dabei zu haben, wenn man ihn braucht. Doch wie immer im Leben ist dies eine Gewohnheitssache. Ist er einfach in der Tasche und zieht zusammen mit Geldbeutel und Schlüssel von einer Tasche in die andere um, dann gewöhnt man sich schnell daran Getränke ohne Strohhalm zu bestellen. Von der Investition her finde ich es überschaubar. Es ist nicht so, dass Strohhalm-Alternativen ein Vielfaches von Plastikvarianten kosten, vor allem, wenn man bedenkt, dass man die Alternativen teilweise nur einmal im Leben kauft.

Ich hoffe ich konnte euch inspirieren, ein wenig nach Alternativen zu suchen und euch selber zu hinterfragen, ob das vielleicht etwas ist, was in eurem Leben einen Platz braucht und haben sollte. Solltet ihr hier zu einem positiven Ergebnis kommen, schaut doch mal in den Shop rein und informiert euch über unsere Angebote im Bereich Strohhalm.


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