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WARUM MANCHMAL AUCH DIE NACHHALTIGSTEN ROUTINEN SCHEITERN

Neue Routinen zu finden ist das eine, diese beizubehalten um dann eventuell davon zu profitieren ist eine ganz andere Geschichte. Dabei spielt es keine Rollen, ob es sich um Routinen wie Sport machen, gesund essen oder ähnliches handelt, oder um Routinen die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen. Was hilft nun aber, damit eure Routinen nicht gleich zum Scheitern verurteilt sind und ihr mit einer dauerhaften Veränderungen eurem Traum von einem nachhaltigeren Lebensstil näher kommt?


Bevor wir ins Thema springen, würde ich doch eben kurz erklären wollen, was ich mit nachhaltigen Routinen meine. Denn Routinen können nachhaltig sein und damit erfolgreich langfristig implementiert sein. Aber das meine ich hier nicht.

Ich meine Routinen, die euch helfen eure eigene Nachhaltigkeitsjourney zu finden, zu gehen und zu verbessern.

Ich weiss, jetzt rede ich schon wieder von dieser Nachhaltigkeitsjourney. Aber auch nach zig Jahren habe ich kein besseres Wort dafür gefunden, denn meine Erfahrung zeigt mir immer wieder, dass es ein Marathon ist, bei dem mir auch öfter mal die Kondition fehlt zum weitermachen (wenn ich bei der Metapher bleiben darf). 


In meiner Erfahrung ist es zunächst wichtig, euren jetzigen Lebensstil zu hinterfragen bzw. euch zu fragen, an welcher Stelle ihr glaubt, dass ihr Platz für das Thema Nachhaltigkeit habt. Und dann nehmt ihr die Hälfte der Ideen und stellt sie zurück. Und dann macht ihr das gleiche noch einmal. Und jetzt sind wir bei der Menge, mit der ich anfangen würde.

Und nun überlegt euch, was euch an der jetzigen Routine besonders gefällt und ihr nicht aufgeben könnt. Wo ist euer Schmerzpunkt für Veränderungen? Und wenn ihr den gefunden habt, überlegen wir gemeinsam wie wir das in nachhaltig umsetzen können.


Ich glaube am einfachsten werden meine Tipps vermittelt, wenn ich euch ein paar Beispiele mitgebe.


Szenario 1:

Ihr möchtet gerne eure Beauty-Routine ein wenig nachhaltiger gestalten. Eure Motivation ist klar: ihr wollt wissen, was genau ihr euch da ins Gesicht schmiert. Euer Schmerzpunkt ist, dass es trotzdem einfach sein muss an die Produkte zu kommen, es müssen Cremes und Tuben sein, die ihr einfach mit den anderen austauschen könnt. Ausserdem habt ihr festgestellt, dass ihr Holzzahnbürsten doof findet. Um es ein wenig interessant zu machen, schmeisse ich mit rein, dass ihr komplizierte Haare habt, die viel Pflege brauchen.


Als erstes empfehle ich euch mal in euren üblichen Shops zu schauen, was es denn hat bei dem euch die Inhaltsstoffe gefallen. Verzichtet auf Parabene, Silikone, Emulgatoren, künstliche Düfte und Mikroplastik.

Ihr fragt euch jetzt grade, woran ihr genau diese Inhaltsstoffe erkennt. Parabene sind klar so gekennzeichnet. Meist sind es Methylparabene oder Benzylparabene. Egal was vorne steht, solange es mit Parabene endet, ist es nicht gut für euch und sollte vermieden werden. Bei Parabenen handelt es sich um ein Konservierungsstoff der sich auf euren Hormonhaushalt negativ auswirken kann, sich dort ablagert und schlimme Folgen haben kann.

Duftstoffe sind unter anderem mit Eugenol, Citral oder Linalool gekennzeichnet. Sie können allergische Reaktionen auslösen. Hier ein kleiner Tipp: auch in Naturkosmetik findet ihr Coumarin, Cital und Linalool. Wer eine empfindliche Haut hat oder zu Allergien neigt, sollte falls möglich auch in Naturkosmetik darauf verzichten. Emulgatoren helfen dabei, die Haut durchlässiger zu machen. In der Theorie für die positiven Wirkstoffe, in der Praxis leider auch für Schadstoffe. Hier gibt es nicht nur bedenkliche gesundheitliche Folgen, sondern auch welche für die Natur. Die Basis für diese Stoffe bildet häufig umweltschädliches Erdöl. Erkennen tut ihr es an der Abkürzung PEG in Verbindung mit Zahlen oder wenn ein Stoff mit "eth" endet. Auch Mikroplastik ist nicht selten in Kosmetik zu finden und hat da nichts zu suchen. Achtet auf Acrylate, Polyacrylate oder Urethane, alles nicht gut für euch und die Umwelt.


Gut sind also natürliche Inhaltsstoffe, die ebenso wirksam sein können. Aloe Vera bindet Feuchtigkeit und lindert Entzündungen, muss aber mindestens mit einem Anteil von 30% im Produkt enthalten sein. Arganöl ist reich an Antioxidantien und spendet Feuchtigkeit, Avocado fettet die Haut gut und gesund und macht sie zart. So gibt es eine ganze Reiche guter Inhaltsstoffe, je nachdem was eure Bedürfnisse sind.


Und zum Glück gibt es mittlerweile zig Hersteller in jedem Preisrahmen, die vernünftige Inhaltsstoffe nutzen. Vielleicht tastet ihr euch auch schrittweise heran, falls die ganze Liste gerade etwas überfordernd erscheint. Wer gleich intensiver einsteigen möchte, kann auch in Bioläden, unverpackt Läden oder Reformhäusern nach nachfühlbarer Kosmetik schauen. Da achtet ihr gleich auch auf die Umwelt.

Wer ganz weit gehen will, macht es alles selber und kauft gute Grundsubstanzen.


Ich und meine Haut sind nicht sonderlich anspruchsvoll und so nutze ich natürliche Öle wie Kokosöl zum Abschminken, Arganöl zum einschmieren und pflegen. Meine Haare sind da schon etwas anspruchsvoller, aber auch da gibt es tolle nachhaltige Alternativen.

Zum Thema Zahnbürsten gibt es viele Alternativen zur handelsüblichen Plastikzahnbürste. Bambus- oder Holz kann eine Alternative sein, wer das nicht mag, kann auch auf eine Elektronische umsteigen. Auch hier gibt es mittlerweile nachhaltige Auswechselköpfe.

Bei den empfindlichen Haaren ist es vollkommen ok, wenn ihr erst mal eure Produkte weiter nutzt, wo ist das Problem? Geht es als nächstes an wenn ihr ein wenig mehr Erfahrung gesammelt habt und dadurch ein wenig Vertrauen in das Thema bekommen habt.

Startet niemals mit eurem anspruchsvollstem Thema, das kann der Routine nur schädlich sein.


Einen kleinen Tipp habe ich noch: ihr seid immer in Unverpackt und Bioläden willkommen, auch wenn ihr nichts dort kaufen möchtet sondern Inspiration sucht. Häufig hat das Personal tolle Tipps und kennt sich super aus mit dem Thema. Und hier spreche ich aus meiner Erfahrung: egal ob ihr bei mir einkauft oder nicht, ich finde es toll, dass ihr euren Weg macht.

Kommen wir zu Szenario zwei.

Ihr seid viel unterwegs und greift ständig zu To-Go Kaffees und esst hier und da zwischendurch.Vieles ist in Plastik verpackt und ihr gebt eigentlich viel zu viel Geld aus für Dinge. Euch nervt es aber, immer Dinge mitzuschleppen und glaubt, dass ihr euch das eh nicht langfristig "beibringen" könnt.

Hier ist schon relativ viel Committment gefragt, vor allem für diejenigen unter euch, die nicht immer einen grossen Rucksack dabei haben. Denn wer eh mit einer grossen Tasche unterwegs ist, kann auch einfach einen wiederverwendbaren Kaffeebecher reinschmeissen und spart hier schon mal jede Menge Müll. Wichtig ist, ihn immer dabei zu haben. Ihr könnt natürlich auch immer ein Besteck dabei haben, das braucht nicht mal viel Platz. Und keine Sorge, hier braucht es keine Anschaffung. Nehmt einfach ein übrig gebliebenes Baumwolltäschen oder von mir aus auch einen Plastikbeutel und nutzt Besteck von daheim. Funktioniert, gefällt euch und ist eh schon Teil von eurem Alltag. Eine Umstellung gespart.


Für alle die vielleicht sagen, hey mein Essen kann ich unverpackt einkaufen, wenn ihr nur ein Behälter dabei hätte. Es gibt so viele Alltagshelfer: faltbare Tupperschüsseln, die kaum Platz weg nehmen. wiederverwendbare Ziplock Beutel für eher kleinere Dinge oder aber ein einfacher Baumwollbeutel für Brot und Brötchen direkt beim Bäcker.

Wer hier grad einen Schritt weiter gehen möchte, kann sich auch essen von daheim mitnehmen. Auch hier gibt es alle Alternativen, die ihr braucht. Isolierbehälter für warmes essen, Schüsseln für kalte Speisen, Edelstahldosen mit Trennung für diejenigen, die gerne "schön" essen möchten.


Ihr seht, hier ist das Problem nicht, die richtigen Dinge zu finden. Ihr müsst hier einfach die Routine entwickeln, einfach alles dabei zu haben. Und selbst wenn ihr es einmal vergesst: dann beim nächsten Mal. Denn jedes mal dran denken ist ein Gewinn und langsam wird die Veränderung einsetzen.


Doch sind wir ehrlich, egal wie gut der Vorsatz ist, es kommt häufig der Punkt, an dem Routinen einschlafen und nicht mehr mit voller Energie verfolgt werden. Und dagegen muss man ankämpfen.


  1. Erinnert euch stetig an eure Motivation und daran, warum ihr nachhaltige Routinen haben möchtet. Möchtet ihr gesünder leben, möchtet ihr Plastik sparen, ist euch die Umwelt wichtig, sind es "egoistische" Motivationen. Egal was es ist, erinnert euch häufig daran.

  2. Redet mit anderen über eure neuen Routinen und gebt so richtig an. Denn dann ist es euch unangenehm, wenn euer Gegenüber euch nach 2 Wochen fragt, wie es läuft und ihr gleich sagen müsst, dass es eigentlich bereits gar nicht mehr läuft. 

  3. Setzt euch realistische Ziele zu Beginn. Die wenigsten von euch stehen morgen auf und krempeln ihr Leben komplett um. Macht es Schritt für Schritt und nach einer Weile überlegt, ob es wirklich zu euch passt. 

  4. Seid ehrlich mit euch, denn nichts ist schlimmer, als etwas durchzuziehen, was nicht zu einem passt. Das gleiche gilt, wenn sich in eurem Leben etwas ändert. Dann macht Anpassungen, bevor ihr gleich alles aufgebt.

  5. Euer Grundsatz sollte jeweils sein, "solange ich etwas mache, ist es für den Moment genug". Das hilft euch vielleicht nicht gleich alles aufzugeben, wenn man mal etwas hat schleifen lassen oder etwas für eine Weile nicht funktioniert.

  6. Kauft nicht gleich alles neu, braucht auf und überlegt, was ihr eh schon habt, was funktionieren kann. Es ist nicht sonderlich nachhaltig, gute und nutzbare Dinge einfach wegzuschmeissen anstatt sie aufzubrauchen und weiter zu nutzen. 

  7. Je nachdem welcher Typ ihr seid: bereitet euch vor, lest euch ins Thema ein und sammelt Informationen. Wer eher Typ einfach mal machen ist, dann los gehts. 

  8. Nachhaltigkeit ist manchmal anstrengend, weil es fordernd sein kann. Andauernd verändert sich was, es gibt neue Trends und dann noch immer diese Leute, die einem erzählen, wie man es besser machen kann. Gönnt euch eine Pause oder überdenkt Dinge, wenn sie euch und eurem Leben nicht dienlich sind. Vermeidet Frust!

  9. Wer sich schwer tut, etwas zu starten und zu wissen, das ist für immer. Schmeisst den Gedanken über Board. Startet als Challenge für 1 Woche, 1 Monat oder was auch immer. So ist es etwas spielerischer und wirkt nicht gleich so "zwanghaft"

  10. Ihr seid der Boss eurer eigenen Nachhaltigkeitsjourney. Ihr bestimmt, was zu euch passt und was nicht. Und wer Hilfe braucht herauszufinden, was das ist, der findet diese in der Community. 


Wisst ihr eigentlich was das Beste an den Blogs ist und daran sie zu schreiben? Ich motiviere mich immer gleich ein wenig selber, wieder ein Thema anzugehen oder meine eigenen Routinen zu hinterfragen und anzupassen. Gehen wir es also gemeinsam an? Ich bin gerne da für anregende Diskussionen, Fragen oder Tipps. 


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