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MEIN WEG ZUM MINIMALISMUS

Minimalismus liegt nicht nur seit Mari Kondo im Trend. Doch für mich ist Minimalismus eher die Frage, nach dem Sinn von Dingen. Jedes Trum, welches produziert wird verbraucht Ressourcen. In meinen Augen können viele Ressourcen gespart werden wenn wir denn darauf achten, nur das zu besitzen was wir brauchen.

Und hier inkludiere ich auch gebrauchte Dinge - denn was ihr besitzt, kann niemand anders besitzen dem es vielleicht mehr bringen würde.


Müssen wir so viele Dinge besitzen?

Ich würde mich grundsätzlich als jemand beschreiben, der nicht dazu neigt, zu viele Dinge anzuhäufen. Zumindest arbeite ich immer wieder daran, Dinge zu reduzieren und mir zu überlegen was ich wirklich haben möchte. Aber dann gibt es immer wieder schwache Momente und ich kaufe unnötige Dinge oder plane falsch und auf einmal hat man dann doch wieder extrem viel. Mir fällt es richtig extrem auf, seit ich Mama bin. Ich habe schon vorher oft gehört, dass die kleinsten Familienmitglieder oftmals die meisten Sachen haben. Doch wow, diese Menge hatte ich nicht erwartet. Bei uns stapeln sich Babykleidung von Grösse 50 bis zur aktuellen Grösse 98, Spielsachen und Gebrauchsgegenstände findet man auch genügend.

Natürlich sortieren wir immer wieder aus, sodass der mini-umdenker nicht vollkommen überfordert ist von den Angeboten, aber abgeben tue ich wenig. Die Familienplanung ist grundsätzlich noch nicht abgeschlossen und mich reut es, jetzt Dinge wegzugeben, die ich vielleicht noch einmal gebrauchen kann.


Als wir eingezogen sind, haben wir schon einige Dinge aussortiert und ziehen lassen und auf unserem Ricardo-Account findet man immer wieder Angebote von uns. Aber trotzdem gibt es Bereiche in unserem Daheim da füllen sich die Schubladen fast wie automatisch. Vor allem im Hobbybereich sind es oftmals unüberlegte Entscheidungen.


Damit wir das in den Griff kriegen, haben wir quasi eine “Double Opt In-Regel” bei uns daheim eingeführt. Das heisst, ungeplante Ausgaben, die nicht alltäglich sind, müssen wir miteinander absprechen. Und dabei geht es nicht darum, dass ich oder mein Mann um Erlaubnis fragen muss etwas kaufen zu dürfen, sondern eher dass wir uns vor jemandem rechtfertigen müssen, warum das nötig ist und somit hoffentlich unnötige Dinge einfach nicht kaufen. Bisher funktioniert das schon ganz gut, mal sehen wie sich das so im Laufe des Jahres ergibt.


Was darf bleiben, was muss gehen?

Das wäre also unser Plan, wenn es darum geht, nicht mehr unnötig viel anzuhäufen. Dann haben wir aber immer noch viel Zeugs, was wir vielleicht nicht mehr brauchen. Auch da haben wir gemeinsam überlegt, wie wir unser Hab und Gut reduzieren können. Schritt 1 war, dass jeder separat durch das Haus gegangen ist und sich überlegt hat, was wir nicht mehr brauchen und an andere abgeben, spenden oder verkaufen können. Dabei ist tatsächlich mehr angesammelt worden, als ich gedacht habe und wir waren uns erstaunlich einig. Hatte ein wenig Sorgen, dass ich all das Lego von meinem Mann aussortiere und er zum Beispiel meine Bastelecke. Jetzt steht halt eine Ecke im Büro voll mit Dingen, die verkauft oder gespendet werden kann. Aber das fühlt sich toll an. Und ich freue mich, wenn wir das im Frühjahr im Garten machen können oder wenn wir endlich unser Gartenhaus aufbauen dürfen und die Garage ausmisten können.


Ich will hier gar nicht sagen, schmeisst alles weg oder gebt alles ab, nur weil ihr es im Moment nicht gebrauchen könnt. Das ist für mich nicht Minimalismus.

Sondern für mich persönlich heisst es, die Dinge zu besitzen, für dich ich Verwendung habe und die in meinem Leben gebraucht werden. 

Vielleicht ist mein Lebensstil viel weniger minimalistisch als bei anderen, aber bei einem solchen Thema Vergleiche zu ziehen, kann in meinen Augen nicht gesund sein. Jeder hat andere Schmerzgrenzen, jeder hat andere Vorstellungen, jeder hat auch andere Bezugspunkten zu Dingen. Wir bringen uns zum Beispiel aus jedem Urlaub eine Kleinigkeit mit, die uns an das Erlebnis erinnert. Das ist unsere Deko. Für andere ist das unnötiges Zeug, für mich ein Haufen Erinnerungen an unser Leben und unsere Erlebnisse. Ich finde es wichtig, dass man sich da auch Raum für lässt.


Minimalismus ist für mich insgesamt ein Thema, dass man langsam, Schritt für Schritt angeht. Mir hilft es, wenn ich mir Ziele setze, einmal im Jahr oder einmal alle halbe Jahr, meine Sachen anzuschauen und zu evaluieren, ob ich die wirklich brauche. Und wenn ich vielleicht unsicher bin, mach ich mir eine Notiz und schaue es beim nächsten mal wieder an. Und so kann man sich dann Stück für Stück von Dingen trennen.


Ein hoffentlich minimalistischer Kopf

Minimalismus ist für mich aber nicht nur etwas für materielle Dinge.

Viel wichtiger ist es mir, zukünftig Minimalismus zu leben, wenn es um meine Gedanken, meine Erwartungen und meine Ziele geht.

Das heisst nicht, dass ich alles auf das nötigste reduzieren möchte, aber ich möchte einfach achtsamer sein. Mich selber nicht überfordern mit Ballast, sondern ganz bewusst Abstand zu nehmen und zu sagen, das ist zu viel. In den letzten Jahren ist bei uns viel passiert und ich merke, dass ich ganz viel davon nicht richtig geniessen konnte, weil gleichzeitig so viele Dinge passiert sind, dass alles wie an einem vorbeigezogen ist. Parallel hat man dann gearbeitet und dort seine Dinge abgehakt. Das erfüllt mich einfach nicht vollkommen. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich einen Beruf habe, den ich mir selber schaffen durfte. Den möchte ich also auch geniessen und meinen Ideen treu bleiben bzw. neue finden, wenn die alten nicht mehr passen. Ich habe Angst, auch hier in einen Trott zu verfallen. Und da hilft mir Minimalismus hoffentlich. Einfach runterfahren und sich auf Kleinigkeiten konzentrieren. Und dabei das grosse Ganze im Auge behalten, ohne sich von unnötigem Ballast ablenken zu lassen.


Ich weiss, dass es jetzt ziemlich abgedroschen klingt, aber Mari Kondo hatte recht, wenn sie sagt, alles was Freude bereitet darf bleiben, der Rest darf auch gerne gehen. Schlussendlich ist das in meinen Augen ein guter Ansatz für alles im Leben. Und ich meine nicht, dass wir nun unsere nervige Admin-Arbeit oder die vielleicht nicht ganz so nette Schwiegerfamilie ziehen lassen können. Sondern es geht dabei um Dinge, wo wir eine Wahl haben. Und selbst bei den anderen Dingen kann man entscheiden, welchen Teil man ziehen lassen kann – und wenn es die negative Einstellung dazu ist.

Auch das ist Minimalismus – einfach Platz schaffen von Negativem um sich mehr auf Positives zu konzentrieren.

Was ich mir also vornehme in Bezug auf Minimalismus? 

  1. Dinge ziehen lassen, die mir nicht mehr dienen

  2. mein Hausstand regelmässig zu evaluieren und Dinge abgeben, die ich wirklich nicht mehr brauche

  3. einfache Regeln zu implementieren, die mir helfen, mein Ziel zu erreichen

  4. bewusstere Entscheidungen treffen, wenn es darum geht, was ich brauche oder nicht

  5. in meinem Kopf Platz zu lassen, um neues anzustossen und zufrieden zu sein mit dem was vorhanden ist

  6. im Moment leben – denn das ist doch oft das schönste.

Und noch einmal: das ist die Lösung, die ich für mich unter Minimalismus verstehe. Für mich hat das etwas mit Nachhaltigkeit zu tun, einfach weil man bewusstere Entscheidungen trifft und sich somit auch Zeit gibt, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Minimalismus kann aber so viele Gesichter haben und ich hoffe, ihr könnt für euch eure Lösung finden. Denn die muss für niemand anderen passen ausser für euch!


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