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TO-GO BECHER: WELCHER CUP IST DER RICHTIGE FÜR MICH?

Es gibt sie in unzähligen Ausführungen und alle versprechen, der beste Begleiter für Kaffeesüchtige zu sein, den der Markt je gesehen hat. Nachhaltig sind laut eigenen Angaben alle To-Go-Becher. Sie können einfach entsorgt werden, bestehen aus schnell nachwachsenden Rohstoffen und sind überhaupt super. Doch gerade Anfang 2019 kamen die Bambusbecher extrem in Verruf. Bei diversen Tests wurde nachgewiesen, dass die Becher neben Bambus auch aus Schadstoffen bestehen, die sich dank der Hitze der Getränke lösen und wir diese somit zu uns nehmen. Nicht ideal!


Das ihr euch oftmals Gedanken macht, welche die richtige Alternative für euch ist, merke ich immer wieder. Denn viele von euch fragen, warum sie Variante 1 statt Variante 3 wählen sollen usw. Heute fasse ich mal alles zusammen, was es über die To-Go-Becher in unserem Sortiment zu wissen gibt. Deren Bestandteile werden auseinander genommen und die Becher miteinander verglichen. So hoffe ich für euch etwas Klarheit zu schaffen.


Bambus als Lösung?

Fangen wir mit der Bambus-Alternative an. Wir führen EcoffeeCups im Sortiment. Dieser ist zu 75% aus Bambusfasern und Maisstärke gefertigt. Hinzu kommt 25% Melamin-Formaldehyd. Dies ist eine organisch bindende Masse, die im Herstellungsprozess mit den Bambusfasern gemischt wird. Die Masse sorgt für die Form und die Funktionalität des Bechers, macht ihn also spülmaschinenfest und nutzbar für heisse Getränke. Hier möchte ich kurz einschieben, warum die Bambusbecher so in Verruf geraten sind. In der Kommunikation vieler Produzenten wird nicht ganz klar darauf hingewiesen, welche synthetische Materialien genutzt werden, um die Bambusfasern und Maisstärke zu binden.


Je nachdem wie Synthetik genutzt wird, kann sie krebserregend oder nierenschädigend sein. Gefährlich werden diese synthetischen Stoffe vor allem durch die Zugabe von heissen Getränken. Ab 70°C wird es oftmals wirklich brenzlig, denn da lösen sich die giftigen Zusätze und vermischen sich mit unseren Getränken. Tests, die durchgeführt werden müssen um das Produkt nach EU-Normen auf den Markt zu schicken, werden meist mit maximal 70°C durchgeführt.

Doch in der Realität, vor allem wenn ich mir einen Kaffee unterwegs hole, ist das Getränk heisser. Auch die Becher von EcoffeeCup wurden unabhängig getestet und scharf kritisiert. Der Vorwurf galt vor allem ihrer Kommunikation, ein biologisch abbaubares Produkt entwickelt zu haben, wenn der Melaminanteil von 0,3 mg/kg dies aber verhindert. Schadstoffe konnten auch nachgewiesen werden, diese wurden aber als unter der Grenzwerte und damit als nicht gesundheitsschädlich eingeschätzt.


Bei EcoffeeCup reagierte man natürlich auf diese Kritik und musste als erstes anmerken, dass die getesteten Becher aus früheren Produktionszyklen kommen. Der Cup hat sich seit 4 Jahren stetig weiterentwickelt und entspricht allen gesetzlichen Anforderungen. Nicht nur dies, EcoffeeCup testet sogar über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat alle Tests auch mit Getränken bis zu 100°C durchgeführt und immer noch keine Schadstoffe nachweisen können. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich ihre Erklärung durchaus nachvollziehbar finde und für mich persönlich reicht es, dass sie gemäss EU Regularien Nr. 1935/2004 und Nr. 10/2011 produzieren.


Vor allem auch ihre Antwort auf die Kritik der biologischen Abbaubarkeit ist richtig, denn nirgends wird ihrerseits kommuniziert, dass das Produkt biologisch abbaubar ist. Es wird erwähnt, dass unter optimalen Bedingungen eine Abbaubarkeit möglich ist, dies jedoch nicht überall gewährleistet ist. Um als offiziell biologisch abbaubar bezeichnet zu werden, braucht es laut EU-Recht eine 90%ige biologische Zersetzbarkeit innerhalb von 6 Monaten.

Nachdem also klar ist, dass der EcoffeeCup nicht gesundheitsschädlich oder gefährlich ist und auch die Kommunikation der Firma fehlerlos ist, versteht ihr vielleicht auch, warum ich den Becher immer noch im Sortiment habe.


Natürlich habe ich mit intensiv mit dem Thema beschäftigt, als die ersten Kritiken an Bambusbechern in der Presse laut wurden. Denn ich finde es wichtig, dass man kritisch hinterfragt, was hinter den Produkten steht etc. Und ich möchte, dass ihr euch darauf verlassen könnt, dass ihr bei Produkten, die ihr bei mir kauft, vollkommen sorgenfrei sein könnt und euch keine Gedanken machen müsst! So, kommen wir nun aber zum eigentlichen Highlight bei EcoffeeCups. Den Produzenten ist absolut bewusst, dass ihr Produkt nicht biologisch abbaubar ist und auch aufgrund der Bestandteile eine professionelle Entsorgung bedarf. Also kann jeder Becher am Ende seines Lebens kostenfrei zurückgeschickt werden und wird von EcoffeeCup professionell entsorgt. Zur Zeit basteln sie auch an Möglichkeiten, die alten Becher für neue wiederzuverwenden. Alles was ihr für eine kostenfreie Entsorgung machen müsst, ist das Label auszudrucken und den Becher möglichst simpel und plastikfrei zu verpacken. Und zuletzt noch eine kleine Anmerkung, wo denn überhaupt der Bambus herkommt. EcoffeeCup nutzt Bambus aus China, genauer genommen aus Anji County in der Zhejiang Provinz. Dort steht der älteste, nachhaltig geforstete Wald der Erde. So wird auch hier darauf geachtet, dass Ressourcen geschont und richtig behandelt werden. Selbst wenn es sich um solch schnell nachwachsende Rohstoffe handelt wie Bambus.


Ist Glas eine bessere Alternative?

Jetzt wo wir das kontroverseste Thema aus dem Weg haben, gehe ich über zu den Glasbechern. Eine Auflistung aller Vor- und Nachteile der Becher gebe ich zum Schluss, sodass ihr eine einfache Übersicht habt. Wenn ich von Glas To-Go Bechern rede, meine ich natürlich den KeepCup, welchen wir im Sortiment haben. KeepCup hat auch weitere Becher, teilweise auch aus Plastik, die mich persönlich aber nicht genug überzeugt haben, um sie ins Sortiment aufzunehmen.


Grundsätzlich sind alle bei uns zu findende KeepCups aus temperiertem Glas hergestellt. Der Vorteil ist die Härte des Glases: es hält Erschütterungen aus, kann in der Spülmaschine gereinigt werden und widersteht hohen Temperaturen. Grundsätzlich kann auch temperiertes Glas recycelt werden. Jedoch braucht es mehr Energie in Form von höheren Temperaturen, um das Glas wiederverwendbar zu machen. Leider sieht es in der heutigen Realität oftmals eh so aus, dass Glas statt eingeschmolzen zu werden einfach zerbrochen wird und so auf Deponien entsorgt wird. Durch die Glashärte des temperierten Glases sinkt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass dies Glas einfach «zerstört» wird und nicht wieder eingeschmolzen wird.


Als zweites Material haben wir die Kork-Version des KeepCups im Angebot. Zu dem Glasbecher kommt eine Banderole aus Kork hinzu. Kork ist ein natürlicher, erneuerbarer Rohstoff, der biologisch abbaubar ist und vom lebenden Baum geerntet wird. KeepCup nutzt Kork, welcher als Abfallprodukt bei Weinkorkenproduktion in Portugal übrigbleibt. Dieser Kork wird nun aber mit Polyethanol gemischt, sodass die Banderole formbar wird. Ausserdem wird sie somit wasserabweisend, antibakteriell und hitzebeständig. Da das Bindematerial «nur» 8% des Produktes ausmacht, kann der Kork auch weiterhin sorgenfrei in eurem Kompost daheim entsorgt werden.

Eine andere Form der Banderole ist aus Silikon. Diese ist komplett BPA-frei. Basismaterial von Silikon ist Sand. Dieser wird mit grosser Hitze behandelt und setzt sich dann in der gewünschten Form, kann aber leider nicht wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt werden. Silikon kann grundsätzlich nicht im Hausmüll entsorgt werden, sondern muss professionell recycelt werden. Dort gibt es dann Prozesse, um die Produkte in einzelne Bestandteile zu zersetzen und diese dann fachmännisch zu entsorgen. Auch der Deckel der KeepCups ist aus Silikon. So entsteht eine feste Verbindung zum Glas und ein angenehmes Trinkerlebnis. Alle Banderolen sorgen dafür, dass man sich die Finger nicht am Becher verbrennt, wenn diese mit heissen Getränken gefüllt ist. Der Deckel und damit auch die Trinköffnung wird ebenfalls nicht heiss und man kann bedenkenlos die Öffnung an den Mund führen.


Last but not least…

Unsere letzte im Shop verfügbare Alternative ist der rCUP, ein Becher, der teilweise aus recyceltem Material entstanden ist. Die Aussenlage, welche isolierend ist, wird aus genutzten Papier-Einwegbechern hergestellt. Insgesamt macht dies 40% des Becher aus. Leider ist dieses recycelte Polymer noch nicht als «food safe» anerkannt, sodass nicht mehr Bestandteile des Bechers aus Recyclingmaterial entstehen. So musste der Kompromiss geschlossen werden, im Innenbereich Plastik zu nutzen.


Für Plastik entschied man sich wegen folgenden Eigenschaften: es ist robust, langanhaltend, wiederverwendbar und kann einfach entsorgt werden. Polypropylen, also Plastik, kann über jeden Haushaltsmüll entsorgt werden und landet daher auch einfach und schnell bei den richtigen Recyclinghäusern. Denn, gerade wenn hochwertiges Plastik verwendet wird, kann dies wiederverwendet werden für andere Projekte. Bei dem Recyclingprozesses eines rCUPs wird auch die kleine Edelstahlfeder, welche im Schliessmechanismus verarbeitet ist, aussortiert und ebenfalls fachmännisch recycelt. Der Anspruch der Hersteller des rCUP war es, nicht nur ein Produkt zu entwickeln, dass grundsätzlich recycelfähig ist, sondern einerseits bereits aus Recyclingprodukten besteht und anderseits auch recyclebar ist. Denn das ist oftmals das Problem: wir wissen nicht, wie genau wir die Produkte entsorgen müssen, möchten nicht zusätzlich Geld ausgeben für eine fachgerechte Entsorgung und so werden Grundstoffe, wie eben auch Plastik, gar nicht zu ihrem Potential ausgeschöpft.

Der rCUP ist so konzipiert, dass Materialien lange halten soll, sprich der Becher erst sehr spät in seinem Lebenskreislauf überhaupt entsorgt werden muss. Der Kompromiss, damit dies möglich ist, ist die Verwendung von 60% Plastik bei der Herstellung bzw. im Endprodukt.


Jetzt habe ich euch wirklich viel zu den einzelnen To-Go-Bechern erzählt, woraus sie bestehen, woher Materialien kommen, warum sie vielleicht in Verruf geraten sind etc. Doch was ich euch noch schuldig bin, ist eine Antwort auf die Frage, welcher Becher denn nun der richtige für euch ist. Hierfür habe ich alle Vor- und Nachteile mal in einer Grafik zusammen gefasst. Ich hoffe, dass ich euch damit ein paar Fragen beantworten konnte und euch die Auswahl erleichtern konnte. Meldet euch gerne, wenn ihr noch Fragen zu den Bechern habt.


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