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UMDENKEN IM ALLTAG

In der Schweiz leben, wie in vielen westlichen Ländern, unter anderem die grössten Müllverursacher. So viel zu den schlechten Nachrichten. Die Gute ist, dass wir aber auch weltweit führend im Bereich Recycling sind. Und darum geht es heute, die drei Grossen Rs: Recycle, Reduse und Reuse. Ich möchte euch heute mal aufzeigen, was alles gesondert entsorgt werden muss, was man machen kann, um Müllproduktion zu vermeiden und welche Alternativen es für eine Wiederbenutzung gibt.


Recycling

Fangen wir doch am Anfang an. Ich möchte euch gerne einen kompletten Produktzyklus anhand der allseits beliebten PET-Flasche zeigen. PET steht für Polyethylenterephtalat, was ein Kunststoff bzw. Polyester ist. Dieser Stoff entsteht aus Erdöl, die Geschichte jeder PET-Flasche beginnt also mit Erdölförderung. Danach wird eine Flasche produziert und geht in den Konsum. Der Konsument entsorgt diese hoffentlich richtig und die Flasche landet in der Sammlung. Von dort wird sie zur Sortieranlage transportiert, wo dann der Recyclingprozess beginnt. Das bedeutet zunächst einmal, dass die Flasche zerkleinert wird und von anderen Bestandteilen, wie dem Deckel oder dem Etikett getrennt wird. So entstehen PET-Flakes. Diese weisen einen sehr hohen Reinheitsgrad und hohe Qualität auf und so können diese Flakes für neue PET-Flaschen genutzt werden. Sie werden dann in Vorformlinge gepresst und gehen wieder in die Abfüllanlage. Von da aus gelangen sie erneut in den Konsum. Alles was der Konsument tun muss, ist die PET-Flasche richtig zu entsorgen und nicht in den Allgemeinmüll zu schmeissen, wo die Flasche verbrannt wird. Eigentlich kein grosser Aufwand, denn anstatt die Flasche in den einen Mülleimer zu schmeissen, schmeisst man sie in den anderen. Gehen wir davon aus, dass alle gesammten PET-Flaschen gezykliert anstatt verbrannt werden, können gegenüber einer Neuproduktion von PET-Flaschen 139’000 Tonnen Treibhausgas vermieden und knapp 50% Energie eingespart werden. Diesen PET-Zyklus habe ich von der Seite swissrecycling.ch , schaut doch da mal vorbei, da könnt ihr den Zyklus von so ziemlich jedem Recyclingprodukt entdecken. Für mich zeigt dieses Beispiel vor allem, dass wir es in der Hand haben mit einer Entscheidung eine wirkliche Veränderung hervorzurufen. Man denkt immer, selbst keinen Unterschied machen zu können, doch das stimmt einfach nicht.

Weitere Produkte die ihr definitiv gesondert entsorgen müsst sind Folgende: 

  • Weiss- und Stahlblech

  •  Alu 

  • Kapseln aus Alu 

  • Batterien

  •  CDs und DVDs 

  • Glas 

  • Grüngut 

  • Kunsstoff 

  • Metall 

  • Leuchtmittel 

  • Öl 

  • Papier und Karton 

  • Sonderabfall 

  • Textilien und Schuhe 

  • Korken 

Viele von diesen Dingen können einfach und kostenlos entsorgt werden. So gibt es in vielen Städten eine Papier- und Kartonsammlung, bei der gebündelte Pakete direkt vor eurer Haustür abgeholt werden. Batterien können häufig in Supermärkten direkt entsorgt werden. Leuchtmittel können beim Fachhandel zurückgegeben werden, wenn ihr gerade eine neue Birne kauft. Und Schuhe und Textilien könnt ihr über die Altkleider-Sammlung entsorgen. Sollte es bei euch keine Einsammlungs-Dienste geben, benötigt es eine Fahrt zum Wertstoffhof, um alles zu entsorgen. Aber auch das ist kein wirklicher Aufwand, wenn man bedenkt, welchen Gefallen man der Umwelt tut.


Reduce

  • Seinen eigenen Müll zu reduzieren klingt einfach, ist aber tatsächlich gar nicht so simpel. Auf viele Dinge haben wir keinen Einfluss. Zum Beispiel können wir nur teilweise bestimmen, in welcher Verpackung wir Dinge im Supermarkt, im Laden oder Online kaufen. Gerade der Onlinehandel verursacht eine Menge Müll. Gerne stelle ich euch ein paar Tipps zusammen, was ihr dennoch machen könnt: Kauft auf dem Markt oder in Verpackungsfreien Läden ein – einerseits verhindert ihr so unnötige Verpackungen, anderseits verhindert ihr aber auch Müll, der durch abgelaufene Lebensmittel entsteht. Auf dem Markt oder in kleineren Läden könnt ihr die Mengen kaufen, die ihr auch wirklich braucht, gebt direkt eure Tüten ab und lasst sie füllen

  • Kauft Dinge in Grossverpackungen – hier meine ich unverderbbare Dinge, wie zum Beispiel Waschmittel, Spülmittel, Shampoo etc. Solche Dinge sind vor allem auch noch günstiger, wenn ihr sie auf Vorrat einkauft. Und sie werden nicht schlecht, sondern können super im Keller oder Ähnlichem verstaut und verwahrt werden.

  • Nutzt Tauschbörsen – Dinge, für die ihr keine Verwendung mehr habt, sind oftmals nicht schlecht oder kaputt. Kleidung passt euch vielleicht nicht mehr, Deko gefällt micht mehr oder oder oder. Wie gut, dass der Geschmack von allen Menschen unterschiedlich ist und wir alle anders ticken. So können Dinge, die du fürchterlich findest, für wen anders ein echter Traumfund sein. Und wenn ihr tauscht, spart ihr Geld und müsst nichts entsorgen 

  • Kauft gebrauchte Dinge – dieser Tipp geht in die gleiche Richtung, nämlich Plattformen wie Tutti oder Brockenhäuser zu nutzen. Dort könnt ihr auch eure gebrauchten Dinge verkaufen oder verschenken. So müsst ihr euch nicht mit einer Entsorgung rumärgern und könnt noch Geld verdienen.

  • Selbstkontrolle – eines meiner schlechtesten Themen, aber es hilft doch. Versucht euch selber zu fragen, ob ihr wirklich braucht, was ihr gerade kauft. Habt ihr nicht etwas ähnliches schon im Schrank oder brauche ich wirklich diese Deko für einen Sommer? Es hilft auch andere «Hilfsmittel», wie zum Beispiel einen Ebook-Reader zu nutzen. So könnt ihr überall lesen ohne Bücher zu Hause anzuhäufen und sich irgendwann mit der Entsorgung beschäftigen zu müssen.

  • Wie bereits gesagt, die Vermeidung von Müll ist im Alltag nicht immer einfach. Es bedarf vor allem Disziplin und Training. Irgendwann ist es Routine immer eine wiederverwendbare Einkaufstasche dabei zu haben oder seine Veggie-Säckchen im Rucksack herum zu tragen. Fangt einfach klein an und arbeitet euch vor. 


Reuse

Ein grosses Thema in der heutigen Gesellschaft, wo es cool ist, eigene Produkte herzustellen. Oftmals werden dafür bereits vorhandene Gegenstände genutzt. Alleine wenn ich mir die Liste der Recyclinggüter anschaue, fallen mir tolle Dinge ein die man daraus basteln könnte anstatt neue Sachen zu kaufen. Aus alten Glasflaschen, die man zum Beispiel von der Tomatensauce übrig hat, kann man super Trinkflaschen mit Wespenschutz selber machen. Aus alten Korken können einfache Tischkartenhalter oder kleine Blumenvasen gebastelt werden. So könnte ich jetzt immer weiter machen. Aber man merkt wohl auch, dass mir das Spass macht und ich gerne kreativ bin. Das ist nicht für jedermann etwas, was vollkommen ok ist. Aber auch diejenigen unter euch, die kein Bock auf DIY und Bastelstunde haben, können Dinge wiederverwenden. Ihr könnt zum Beispiel die Dinge anderer Leute wiederbenutzen und öfters auf dem Flohmarkt einkaufen. Dort findet man zwar nicht immer das was man sucht, aber fast immer andere tolle Dinge und vor allem Produkte zu wirklich tollen Preisen. Genau das Gleiche funktioniert auch bei Klamotten. Schaut doch mal in Thrift Shops, ob ihr da etwas für euch findet. Die Sachen sind alle gewaschen bevor sie zum Verkauf angeboten werden und vor allem wird da auch nicht alles aufgehängt. Es wird schon ausgewählt, was noch gut ist und was seine beste Zeit nun wirklich hinter sich hat. Was ich immer noch gut finde ist, sich zu überlegen, ob vielleicht jemand anders etwas mit deinen gesammelten Dingen anstellen könnte. Wenn du zum Beispiel grosser Weintrinker bist, kannst du doch die Korken sammeln und einem Kindergarten schenken, der daraus Stempel basteln kann. Denk einfach ein wenig ausserhalb der Box und so wird auch jemand einen Wiederverwendungszweck finden, der etwas unkreativer oder fauler ist.


Ich hoffe ihr nehmt heute mit, dass es um ein Umdenken im Alltag geht. Niemand muss über Nacht alles ändern, das wäre auch nicht realistisch. Aber jeder kann etwas machen, um die Umwelt weniger zu belasten. Es gibt keine Ausreden nicht zu recyceln. Beim Reducen und Reusen ist es schon etwas mehr eine Typfrage, aber versucht doch mal einen Anfang zu wagen und seht wie es klappt. Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Tipps, die ihr noch habt und würde mich freuen, wenn ihr hier einen Kommentar schreibt oder das Thema auf Social Media weiter diskutiert.



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